
Projekt
Die Korridorsanierung des Hochleistungsnetzes ist ein bundesweites Programm der Deutschen Bahn. Besonders beanspruchte Schienenabschnitte, sogenannte Korridore, werden mithilfe gebündelter Ressourcen innerhalb von fünf Monaten saniert. Durch Nordrhein-Westfalen verlaufen zehn Korridore ganz oder teilweise:
Was bedeutet „Korridorsanierung“?
Mit der Korridorsanierung werden die Bauvorhaben wesentlich stärker als bisher gebündelt. Ziel ist es, die technisch erforderlichen Erneuerungs- und Modernisierungsmaßnahmen innerhalb einer konzentrierten Bauphase umzusetzen. Attraktive und barrierefreie Bahnhöfe machen das Reisen in Zukunft noch angenehmer. Gleichzeitig setzen wir alles daran, Reisende und Güter auch während der Sanierung zuverlässig und
gut ans Ziel zu bringen. In enger Abstimmung mit Ländern, Kommunen, Eisenbahnverkehrsunternehmen und dem Bund erarbeiten wir leistungsfähige Verkehrskonzepte für die Bauphase. Wir sind uns bewusst, dass die Bauarbeiten für Reisende und Anwohnende eine Herausforderung sind. Aber es gibt keine Alternative dazu, den Sanierungsstau anzugehen.
Weiterentwickelte Strategie der Korridorsanierungen
Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) und die DB InfraGO haben gemeinsam das Konzept der Korridorsanierungen umfassend weiterentwickelt. Ziel ist mehr Verlässlichkeit auf der Schiene, sowohl beim Verkehr als auch bei den notwendigen Bauarbeiten. Ein Kern des jetzt vorgelegten 5-Punkte-Plans ist die Reduzierung auf 13 Korridorsanierungen im Zeitraum von 2027 bis 2031 – bisher waren in den kommenden fünf Jahren 21 Korridorsanierungen vorgesehen. Damit sollen die enormen Bauvolumina verlässlicher abgeschlossen werden und sowohl im Zeit- als auch im Kostenrahmen bleiben. Gleichzeitig trägt diese Reduzierung den knappen Verkehrskapazitäten auf dem vollen deutschen Schienennetz und den Ressourcen der Bauindustrie Rechnung.
1. Korridorsanierungen priorisieren: Im Zeitraum 2027 bis 2031 werden nur 13 statt 21 Korridorsanierungen vorgesehen. Die Reihung wurde gezielt auf die Vorhaben mit dem größten Nutzen für Qualität, Stabilität und Pünktlichkeit angepasst. Es werden keine Korridorsanierungen gestrichen, sondern nur verschoben. Dabei werden notwendige Ersatzinvestitionen und ggf. sogar Verbesserungen unabhängig von der Verschiebung realisiert. Die Priorisierung der Korridorsanierungen ab dem Jahr 2032 erfolgt im kommenden Jahr.
2. Netzkapazität sichern und besser steuern: Die DB InfraGO intensiviert die Vorbereitung von Umleiterstrecken und stimmt den Bauablauf von Korridorsanierungen umfassend mit dem übrigen Baugeschehen im Netz ab. Das heißt zum Beispiel, dass Baustellen verschoben oder in ihren Abläufen angepasst werden, um mehr Kapazität für den Verkehr zu schaffen. Bei der Korridorsanierung Lehrte – Berlin steht so ab Februar ein zweiter Umleitungsweg für den Güterverkehr zur Verfügung.
3. Digitalisierung - ETCS ist der neue Standard: Ab Anfang der 2030er-Jahre wird grundsätzlich bei jeder Korridorsanierung direkt „ETCS Level 2 ohne Signale“ verbaut. Voraussetzung dafür sind entsprechende Konsultationen mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen gemäß den geltenden gesetzlichen Vorschriften.
In den Jahren vorher bereitet die DB InfraGO grundsätzlich die moderne digitale Zugsteuerung vor, soweit das technisch möglich ist. Das heißt, dass alle erneuerten Stellwerke bereits ETCS-fähig werden, und dass angepasste Signalstandorte und moderne Achszähltechnik verbaut werden – so wie auf der Strecke Hamburg – Berlin. Damit ist die spätere Umrüstung auf „ETCS Level 2 ohne Signale“ bestmöglich vorbereitet. Diese kann erfolgen, wenn die Fahrzeugflotten weitgehend umgerüstet sind.
Auf einigen Abschnitten wie beispielsweise Troisdorf-Wiesbaden und Rosenheim-Salzburg ist, wie mit der Branche abgestimmt, geplant, dass die Übergangstechnologie „ETCS Level 2 mit Signalen“ verbaut wird. Zwischen Frankfurt und Mannheim ist diese Technik seit Mitte des Jahres vollständig in Betrieb.
4. Verlässliche Inbetriebnahmen und stabiler Hochlauf: Der Zugverkehr soll künftig schrittweise hochgefahren werden, in der Regel zunächst mit Güterzügen (Belastungsfahrten), Personenzüge folgen etwas später. In den ersten Wochen können zusätzliche Fahrzeitreserven vorgesehen, einzelne betriebliche Einschränkungen beibehalten oder Kapazitäten unterhalb des späteren Vollbetriebs gefahren werden. Diese Pläne werden intensiv mit der Branche diskutiert werden.
Ein Inbetriebnahme-Team steuert den Übergang vom Bauprojekt in den Regelbetrieb und sorgt dafür, dass kleinere Mängel, die erst im laufenden Betrieb sichtbar werden, schnell bearbeitet werden. Entsprechende Planungen für die Mitte Dezember 2026 anstehenden Inbetriebnahmen der Korridore Obertraubling – Passau und Troisdorf – Wiesbaden laufen bereits.
Die DB InfraGO führt für Korridorsanierungen außerdem ein Drei-Phasen-Modell aus Vor-, Haupt- und Nachlaufphase ein. Maßnahmen, die keine größeren betrieblichen Einschränkungen erfordern, werden soweit möglich vor- oder nachgelagert. Damit sollen Risiken während der Hauptsperrung reduziert und zugesagte Termine zuverlässig eingehalten werden. Dies gilt insbesondere für die komplexen Arbeiten an der Leit- und Sicherungstechnik. Für die beiden aktuell laufenden Korridorsanierungen bedeutet das: Neue Stellwerkstechnik wird in der Hauptsperrzeit baulich fertiggestellt; die Inbetriebnahme erfolgt teilweise dann nachgelagert mit kurzen temporären Sperrzeiten im Jahr 2027. Diese werden in die Fahrpläne eingearbeitet.
5. Sanierungsversprechen einhalten: Die Korridorsanierungen stehen weiterhin für ein klares Versprechen: einmal bauen, einmal grundlegend modernisieren – und die Strecke anschließend möglichst bis zu 10 Jahre weitgehend frei von größeren baubedingten Einschränkungen halten. Die Einhaltung dieses Versprechens stellt die DB InfraGO konsequenter sicher. Gleichzeitig braucht es auch hier mehr Realismus. So halten BMV und DB InfraGO am Ziel fest, dass nach einer Korridorsanierung die infrastrukturbedingten Störungen um 80 Prozent zurückgehen – aber nicht sofort, sondern spätestens 100 Tage nach Inbetriebnahme.
So setzen wir die Korridorsanierung um
Was wird saniert?
Die geplanten Maßnahmen sind von Korridor zu Korridor unterschiedlich und werden im weiteren Planungsverlauf präzisiert. Einzelheiten erfahren Sie auf der Seite für den jeweiligen Korridor.
Bahnhöfe
Bahnübergänge
Brücken und Stützwände
Weichen
Leit- und Sicherungstechnik
Oberbau
Oberleitung
- 2025
Emmerich – Oberhausen
- 2026
Hagen – Wuppertal – Köln
Rechter Rhein - 2028
Hagen – Unna – Hamm
Linker Rhein - 2029
Aachen – Köln
- nach 2031
Münster – Recklinghausen
Osnabrück – Münster
Hamm – Düsseldorf – Köln
Minden – Wunstorf
Nachhaltigkeit bei der Deutschen Bahn
Mehr Menschen und Güter auf der Schiene sind ein wichtiger Hebel, um die deutschen und europäischen Klimaschutzziele erreichen zu können. Ausführliche Informationen rund um den Klimaschutz, Klimaresilienz und die ökologischen Maßnahmen der Deutschen Bahn finden Sie auf dieser Seite:
Kontakt

Team Korridorsanierung NRW
DB InfraGO AG
Sie erreichen uns unter:
korridorsanierung-nrw@deutschebahn.com
